Hilfe zur Pflege: Änderungen 2017/2018

Die Leistungen der Pflegeversicherung reichen in vielen Fällen nicht für die nötigen Pflegeleistungen aus, denn sie wurde lediglich als eine Teilversicherung geschaffen. Das Pflegegeld und alle weiteren Leistungen sollten daher immer nur als Zuschuss gesehen werden.

In manchen Fällen kann oder muß auf die Finanzierung über die Sozialhilfe, die sogenannte Hilfe zur Pflege, zurückgegriffen werden:

  • falls bei ambulanter Pflege das Pflegegeld nicht für die notwendigen Einsätze der Sozialstation ausreicht
  • falls eine notwendige Pflege im Heim nicht bezahlt werden kann
  • falls keine Krankenversicherung besteht
  • falls die Vorversicherungszeit in der Pflegeversicherung nicht erfüllt ist (mindestens 2 Jahre innerhalb der letzten 10 Jahre), z.B. bei anerkannten Asylbewerbern.

Dazu wurde vom Gesetzgeber die sogenannte Hilfe zur Pflege geschaffen. Diese kann die vollständigen Kosten der notwendigen Pflege übernehmen, wenn alle Leistungen der Pflegeversicherung ausgeschöpft sind. Allerdings gibt es Einkommens- und Vermögensgrenzen. „Hilfe zur Pflege: Änderungen 2017/2018“ weiterlesen

Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen

Ab Pflegegrad 1  besteht für Angehörige und ehrenamtlich tätige Pflegepersonen ein Recht auf kostenlose Pflegekurse. Die Kosten werden von der Krankenkasse/Pflegekasse übernommen. Ziel ist es den Angehörigen die Pflege und Betreuung zu erleichtern und zu verbessern. Auch pflegebedingte körperliche und seelische Belastungen sollen verringert oder verhindert werden.

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Zuschüsse für barrierefreies Umbauen

Barrierefreie Umbaumaßnahmen kosten viel Geld. Die wohnumfeldverbessernden Maßnahmen der Pflegekasse leisten hierbei mit maximal 4000 € in vielen Fällen nur einen verhältnismässig kleinen Beitrag.

Je nach Situation kommen manchmal verschiedene weitere Zuschussgeber in Frage:

  • Krankenkasse
  • Wohnbauförderprogramme der Bundesländer
  • Rehabilitationsträger: Teilhabe am Arbeitsleben
  • Stiftungen
  • KfW Programme 159 und 455
  • Sozialhilfeträger: Grundsicherung/ALG II

Dabei sind einzelne Zuschüsse miteinander kombinierbar, d.h. die Förderungen können sich aufsummieren. „Zuschüsse für barrierefreies Umbauen“ weiterlesen

Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen

Im Rahmen der wohnumfeldverbessernden Maßnahmen bezuschusst die Pflegekasse Umbaumaßnahmen wie z.B. einzelne behindertengerechte Umbauten im Badezimmer oder den Einbau eines Treppenlifters mit einem Zuschuss bis zu 4000 €. Voraussetzung dafür ist mindestens der Pflegegrad 1. Für die geplante Maßnahme ist ein Kostenvoranschlag notwendig, der zusammen mit dem Antrag bei der Pflegekasse eingereicht werden muß. Zusätzlich muss eine Sozialstation die Umbaumaßnahme  befürworten. Dazu bestätigt sie die Notwendigkeit der Maßnahme auf der sogenannten Notwendigkeitsbescheinigung, einem Vordruck der Pflegekasse. Normalerweise reagieren die Pflegekassen bei den Bewilligungen schnell und unkompliziert mit einer Zusage, wenn sich durch den Umbau eine Verbesserung der Pflegebedürftigkeit ergibt. „Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen“ weiterlesen

Pflegeleistungen 2017

Alle Infos zu Pflegeleistungen nach dem II. und III. Pflegestärkungsgesetz, gültig ab dem 01. Januar 2017. Auch 2018 bleibt das Pflegegeld gleich, eine Einhöhung ist nicht geplant.

1. Pflegegeld zuhause und im Heim

Pflegegeld bei häuslicher Pflege durch eine Privatperson
Pflegegrad 1 2 3 4 5
monatlich - 316 € 545 € 728 € 901 €
Pflegesachleistung bei Pflege durch eine Sozialstation
Pflegegrad 1 2 3 4 5
monatlich - 689€ 1298 € 1612 € 1995 €

Pflegesachleistung bei stationärer Pflege im Heim
Pflegegrad 1 2 3 4 5
monatlich 125 € 770€ 1262 € 1775 € 2005 €
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Pflegehilfsmittel von der Pflegekasse

Ab Pflegegrad 0 bezuschusst die Pflegekasse bei häuslicher Pflege zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel im Wert von monatlich bis zu 40 €. Dazu ist ein Schreiben an die Pflegekasse notwendig, in der die benötigten Pflegehilfsmittel genannt werden.

Für den Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel

Die häufigsten für den Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmittel sind:

  • Einmalhandschuhe
  • Händedesinfektionsmittel
  • Flächendesinfektionsmittel
  • saugende Bettschutzeinlagen
  • Schutzschürzen
  • Mundschutz

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Pflegegrade: Begutachtung und Pflegetagebuch

Die Pflegeversicherung hat 2017 fünf Pflegegrade eingeführt, welche die bisherigen Pflegestufen ersetzen.

Die neue Begutachtung (NBA) der Pflegebedürftigkeit und die daraus folgende Berechnung der Pflegegrade sind umfangreich. Vor einer anstehenden Begutachtung sollte man sich intensiv darauf vorbereiten. Dazu kann ein Pflegetagebuch dienen, auf welches wir unten im Beitrag verweisen. „Pflegegrade: Begutachtung und Pflegetagebuch“ weiterlesen

Entlastungsbetrag: 125 € für Haushaltshilfe

Mit dem Pflegestärkungsgesetz wurde 2017 der sogenannte Entlastungsbetrag auf monatlich 125 € festgesetzt. Voraussetzung für die Inanspruchnahme ist mindestens der Pflegegrad 1.

Mit dem Entlastungsbetrag kann eine Haushaltshilfe aber auch Dienstleistungen wie z.B. Besorgungen, Vorlesen oder Spazierengehen im Wert von 125 € im Monat finanziert werden. Der Entlastungsbetrag gilt als eine Sachleistung, für die Abrechung gibt es zwei Möglichkeiten. „Entlastungsbetrag: 125 € für Haushaltshilfe“ weiterlesen

Verhinderungspflege

Die Verhinderungspflege soll pflegender Angehörige stunden- oder tageweise (z.B. für private Anlässe oder Urlaub) entlasten oder im  Krankheitsfall der Pflegeperson eine Ersatzpflege finanzieren. Die Verhinderungspflege kann mit bis zu 1612 € im Jahr die häusliche oder stationäre Pflege durch eine weitere Person bezuschussen. Der Betrag von 1612 € ist als ein jährlich zur Verfügung stehendes Budget zu verstehen.

Verhinderungspflege = Häusliche Pflege bei Verhinderung der Pflegeperson

Die Verhinderungspflege ist bei der Pflegekasse als „Häusliche Pflege bei Verhinderung der Pflegeperson“ zu beantragen. Neben einem Stundensatz können auch Fahrtkosten im Rahmen der Verhinderungspflege abgerechnet werden. „Verhinderungspflege“ weiterlesen