Verhinderungspflege

Die Verhinderungspflege soll pflegender Angehörige stunden- oder tageweise (z.B. für private Anlässe oder Urlaub) entlasten oder im  Krankheitsfall der Pflegeperson eine Ersatzpflege finanzieren. Die Verhinderungspflege kann mit bis zu 1612 € im Jahr die häusliche oder stationäre Pflege durch eine weitere Person bezuschussen. Der Betrag von 1612 € ist als ein jährlich zur Verfügung stehendes Budget zu verstehen.

Verhinderungspflege = Häusliche Pflege bei Verhinderung der Pflegeperson

Die Verhinderungspflege ist bei der Pflegekasse als „Häusliche Pflege bei Verhinderung der Pflegeperson“ zu beantragen. Neben einem Stundensatz können auch Fahrtkosten im Rahmen der Verhinderungspflege abgerechnet werden.

Die Verhinderungspflege kann folgende pflegererischen Konstellationen finanzieren:

  • die Pflege durch eine privaten Pflegeperson. Dazu wird eine Stundenpauschale mit der Pflegeperson vereinbart und diese mit der Pflegekasse abgerechnet.
  • einen ambulanten Pflegedienst (Sozialstation)
  • eine stationären Pflegeeinrichtung

Wird eine private Pflegeperson organisiert, die mit dem Pflegebedürftigen bis zum zweiten Grade verwandt oder verschwägert ist oder mit ihm in häuslicher Gemeinschaft lebt, erschöpft sich das zur Verfügung stehende Budget in der Höhe des Pflegegeldes des jeweiligen Pflegegrades.

Ersatzpflege bei Verhinderung der Pflegeperson durch nahe Angehörige
Pflegegrad 1 2 3 4 5
jährlich - 316 € 545 € 728 € 901 €

Ansonsten wird in der Zeit der Verhinderungspflege das Pflegegeld zur Häfte weitergezahlt und die Kosten für die Ersatzpflege bis zu 1612€ übernommen.

Ersatzpflege bei Verhinderung der Pflegeperson durch sonstige Personen
Pflegegrad 1 2 3 4 5
jährlich - 1612 € 1612 € 1612 € 1612 €

Voraussetzungen

  • der Pflegebedürftige wurde vor der erstmaligen Verhinderung mindestens sechs Monate in seiner häuslichen Umgebung gepflegt
  • es wurde ein Pfleggrad anerkannt

Stundenweise Verhinderungspflege

Die Verhinderungspflege kann auch stundenweise in Anspruch genommen werden. Wird die Ersatzpflege weniger als 8 Stunden täglich benötigt, so wird das volle Pflegegeld weitergezahlt. Die Leistung der Verhinderungspflege kann auf beliebig viele Tage verteilt werden. Die Begrenzung der Leistung auf 42 Tage im Jahr betrifft nur die Tage, an denen mehr als 8 Stunden Verhinderungspflege stattfindet.

Kombination mit Kurzzeitpflege und Entlastungsbetrag möglich

Im Fall einer stationären Pflege in einem Pflegeheim ist die Verhinderungspflege mit dem halben Budget der Kurzzeitpflege kombinierbar, dadurch steigt der maximale jährliche Betrag auf 2418 €.

Auch der monatliche Entlastungsbetrag von 125 € kann eingesetzt werden, um das Budget für die Verhinderungspflege  aufzustocken.