Entlastungsbetrag: 125 € für Haushaltshilfe

Mit dem Pflegestärkungsgesetz wurde 2017 der sogenannte Entlastungsbetrag auf monatlich 125 € festgesetzt. Voraussetzung für die Inanspruchnahme ist mindestens der Pflegegrad 1.

Mit dem Entlastungsbetrag kann eine Haushaltshilfe aber auch Dienstleistungen wie z.B. Besorgungen, Vorlesen oder Spazierengehen im Wert von 125 € im Monat finanziert werden. Der Entlastungsbetrag gilt als eine Sachleistung, für die Abrechung gibt es zwei Möglichkeiten.

  1. Es wird per Abtretungserkärung vereinbart, daß die Sozialstation direkt mit der Pflegekasse abrechnen darf.
  2. Per Kostenerstattung reicht der Pflegebedürftige die Rechnung der Sozialstation selbst bei der Pflegekasse ein. Die Pflegekasse erstattet dann das Geld zurück.

Besonderheit: eine rückwirkende Beantragung ist möglich

Bis Ende 2018 gilt eine Besonderheit: Es wurde eine rückwirkende Anrechnung nicht verbrauchter Entlastungsbeträge aus 2015 und 2016 eingeführt. Dies ist möglich, wenn schon 2015 oder 2016 eine Pflegestufe und damit ein Anspruch auf die Entlastungsleistungen bestanden hat.

Durch die rückwirkende Beantragung kann ein erhebliches Budget zusammenkommen, von dem beispielsweise eine Grundreinigung oder Betreuung in Auftrag gegeben werden können. Selbst bereits bezahlte Rechungen z.B. über Haushaltshilfen der Sozialstation können nachträglich eingereicht werden. Gleiches gilt für entstandene Tagespflegeleistungen oder Rechnungen der Kurzzeitpflege.

Bei der rückwirkenden Berechnung für die Jahre 2015 und 2016 gilt der damals geltende Betrag der Entlastungsleistungen in Höhe von 104 € monatlich.

Für die Entlastungsbeträge ab 2017 ist es nur noch möglich, die Restansprüche aus einem Jahr bis zum 30.06. in das darauf folgende Jahr zu übertragen. Danach verfallen die nicht genutzten Ansprüche.

Siehe dazu auch diese Erläuterung der Barmer.

Nur anerkannte Anbieter können abrechnen

Neben dem festgestellten Pflegegrad gilt als Voraussetzung, dass die Leistungen von einem anerkannten Dienstleister erbracht werden müssen. Das sind in der Regel jene Sozialstationen, die bereits in der Vergangenheit Haushaltsdienstleistungen erbracht haben. In der Regel wird zwischen der Sozialstation und dem Menschen mit Pflegestufe eine Abtrittserklärung vereinbart. Die Sozialstation kann damit die 125 € direkt mit der jeweiligen Pflegekasse abrechnen. Eine private Putzfrau kann die Entalstungsleistung leider nicht abrechnen. Die Sozialstationen rechnen etwa 25 € pro Stunde ab. Ein aktuelles Problem ist, daß diese Dienstleistung sehr stark nachgefragt wird und viele Sozialstationen derzeit den Bedarf gar nicht abdecken können.

Verwendung für Tagespflege und Kurzzeitpflege ist möglich

Die Entlastungsbeträge können aber auch für notwendige Tagespflege oder Kurzzeitpflege eingesetzt werden. Dadurch können diese separaten Leistungen etwas aufgestockt werden.