Übergangspflege: Haushaltshilfe und Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad

Nach einem Krankenhausaufenthalt, einer ambulanten Operation oder einer anderen ambulanten Behandlung im Krankenhaus kann ganz plötzlich für eine bestimmte Zeit eine ambulante Pflege durch einen Pflegedienst oder eine Haushaltshilfe notwendig sein. Seit 2016 kann die Krankenkasse für eine bestimmte Zeit einen Teil der Kosten auch ohne Pflegegrad übernehmen. Hier wird erklärt wie diese sogenannte Übergangspflege funktioniert und welche Leistungen bezahlt werden können.


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Die Übergangspflege ist eine Leistung der Krankenkasse und beinhaltet ambulante Pflege, eine Haushaltshilfe und Kurzzeitpflege

Eine Vorraussetzung für die Übergangspflege ist, daß keine andere Person im Haushalt die Pflege oder die Haushaltsführung übernehmen kann. Die Regelungen stehen im SGB V im § 39c.

Häusliche Pflege und Haushaltshilfe auch ohne Pflegegrad oder mit Pflegegrad 1

Mit der Übergangspflege wurde eine Möglichkeit geschaffen die Versorgung Zuhause sicherzustellen, wenn z.B. ein ambulanter Pflegedienst (häusliche Pflege)  oder eine Haushaltshilfe nach einem Krankenhausaufenthalt notwendig ist. Ein Pflegegrad muß dazu nicht vorliegen. Beide Leistungen der Krankenkasse sind bei Vorliegen einer der Pflegegrade 2, 3,4 oder 5 ausgeschlossen, da sie dann mit der Pflegeversicherung abgedeckt werden.


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Die Krankenkasse kann direkt nach einem Krankenhausaufenthalt für einen Zeitraum von bis zu vier Wochen (je Krankheitsfall) einen Teil der Kosten für einen ambulanten Pflegedienst und eine Haushaltshilfe übernehmen. Wie bei den entsprechenden Leistungen der Pflegeversicherung ist auch die Übergangspflege auf bestimmte Höchstbeträge begrenzt. In begründeten Ausnahmefällen kann der vier-Wochen-Zeitraum für die häusliche Krankenpflege verlängert werden, wenn der medizinische Dienst der Krankenkassen dies befürwortet.

Sind Kinder im Haushalt, die bei Beginn der Übergangspflege unter 12 Jahre alt sind oder behindert und auf Hilfe angewiesen sind, kann die Haushaltshilfe bis zu 26 Wochen pro Krankheitsfall im Einsatz sein.

Dazu ist eine Verordnung für häusliche Pflege oder/und eine Haushaltshilfe notwendig, die der Krankenhausarzt oder der Hausarzt direkt nach der Entlassung ausstellt. Der Arzt muß auch den Grund, den Umfang und die voraussichtliche Dauer der Hilfen beschreiben. Die Übergangspflege bedarf einer Genehmigung durch die Krankenkasse. Dann kann sich der Versicherte an einen Pflegedienst wenden. Findet sich hier keine Haushaltshilfe, können auch die Kosten für eine privat beschaffte Haushaltshilfe übernommen werden.

Die Häusliche Pflege und die Haushaltshilfe sind im SGB V in den §§ 37 und 38 geregelt.

Kurzzeitpflege bei fehlender Pflegebedürftigkeit

Falls nach einem Krankenhausaufenthalt eine ambulante Versorgung Zuhause nicht ausreichend ist, besteht ein Anspruch auf eine stationäre Kurzzeitpflege auch ohne Vorliegen eines Pflegegrads. Dafür stellt die Krankenkasse im Rahmen der sogenannten „Kurzzeitpflege bei fehlender Pflegebedürftigkeit“ einen jährlichen Betrag von bis zu 1612 € zur Verfügung, schreibt das Bundesministerium für Gesundheit. Bei Vorliegen eines Pflegegrades 2, 3, 4 oder 5 liegt Pflegebedürftigkeit vor und somit wäre die Pflegekasse mit der regulären Kurzzeitpflege zuständig.


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